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Vogelspinnen

Ein Bericht von Norbert Svardal

vogelspinnen

Vor 300 Millionen Jahren lebten bereits die ersten Vogelspinnen. Vogelspinnen die den heute lebenden Formen sehr ähnlich waren.
Vor 25 Millionen Jahren gehörten die Vogelspinnen auch zu unserer Fauna, von denen noch heute einige Arten im südlichen Europa leben. 
Das Vermögen sich in einer ständig verändernden Umgebung zu behaupten, ist eine der Gründe, dass diese urtümliche Form der Spinnenfauna noch heute besteht.
Mit etwa 800 Arten, sind die Vogelspinnen die größte Familie der Unterordnung Mygalomorphae (Vogelspinnenartige).

Vogelspinnen bewohnen recht unterschiedliche Lebensräume, unterirdisch lebende und baumbewohnende Arten. Unterirdisch lebende Spinnen graben sich selbst Höhlen oder leben in vorhandenen Nagetierwohnröhren die sie nur nachts verlassen, wobei die baumbewohnenden Spinnen ihre Baumnester mit Blätter oder Netze auslegen. Sie sind mit Haftpolstern an den Beinen ausgestattet, die es ihnen ermöglicht auch glatte Baumrinden mühelos auf und ab zu laufen.
Vogelspinnen ernähren sich von Insekten aller Art, wobei große Spinnen auch kleine Nagetiere und Reptilien erbeuten. Sie haben nur eine sehr enge Speiseröhre, durch die im wesentlichen nur die verflüssigten Nahrungsbestandteile in den Magen gesaugt werden. Beim Biss werden dem Beutetier Verdauungsenzyme injiziert, sodass nach dem aussaugen nur mehr die hartschalige Hülle oder das Knochengerüst des Beutetieres übrig bleibt.
Die Behaarung der Vogelspinnen ist ein einziges Wunderwerk der Natur.

Geruchshaare nehmen mittels chemotaktilen Rezeptoren Informationen auf, die es ihnen ermöglichen sogar die Qualität des Trinkwassers zu erkennen. Hörhaare nehmen niederfrequente Schallwellen wahr, andere wieder Bodenerschütterungen. Südamerikanische Vogelspinnen besitzen auf ihrem Hinterleib sogenannte Brennhaare, die durch Scheuerbewegungen der Hinterbeine in die Luft gewirbelt werden, die, wenn sie in die Schleimhäute der Atemwege gelangen, furchtbaren Juckreiz und heftigen Husten auslösen können. Bei empfindlichen Personen sogar tagelanger Juckreiz aber auch Hautverletzungen. Solche Spinnen werden auch Bombardierspinnen genannt.
Es gibt aber auch Vogelspinnen, die dem Angreifer mit einem gezielten Kotspritzer in die Flucht schlagen.
Vogelspinnen haben einen geringen Nahrungsverbrauch, sind Einzelgänger und langlebig, Weibchen erreichen oft ein Alter von über 20 Jahren, Männchen mit einigen Ausnahmen, erreichen oft nicht einmal das 5. Lebensjahr.

Die Häutung erfolgt bei Vogelspinnen im Jugendalter etwa zweimal im Monat, wobei sich die Häutungsabstände mit dem zunehmenden Alter immer mehr verlängern, auf etwa drei Monate. Erwachsene Tiere Häuten sich ein- bis zweimal im Jahr, wobei die Männchen bei Eintritt der Geschlechtsreife nur noch einmal häuten und danach nicht mehr.

Weibchen fertigen nach der Paarung, für ihre Eier Kokons an, die sie schützend immer mit sich herumtragen. Nach ein bis drei Monaten schlüpfen die jungen Spinnen. Bis fünf Millimeter groß, sind sie noch nicht sehr entwickelt. Bei Gefahr kehren sie immer wieder in den Kokon zurück. Nach etwa einem Monat verlassen die Jungspinnen ihren schützenden Unterschlupf um ihr eigenes Leben zu führen. Dies ist auch die Zeit, wo die größeren Jungspinnen über die kleineren Geschwister herfallen, sodass bei einer Terrarienhaltung eine Trennung unvermeidbar ist. Meist genügen kleine Filmdosen für die Einzelhaltung. Gefüttert werden in diesem Stadium Fruchtfliegen und später, je nach Größe der Spinne Grillen, Heimchen oder für ganz große Vogelspinnen, kleine Mäuse.
Wer sich also mit Vogelspinnen befassen möchte sollte sich ein entsprechendes Fachbuch besorgen, denn nur so können Fehler, die zum Tod einer Spinne führen, vermieden werden.

Norbert SVARDAL, 1.WRN AT/Verein

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