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Es werde Licht........ 
verschiedene Lichtquellen für Aquarien-u. Terrarien

ein Bericht von Norbert Svardal

Vorab zwei Begriffe: Lampe und Leuchte, Lampe ist immer das Ding, das leuchtet, z.B. die Birne (Glühlampe). An der Lampe befinden sich ein oder zwei Sockel für die Stromzuführung. Der Beleuchtungskörper, in dem die Lampe eingesetzt wird, ist die Leuchte. Sie enthält die Fassung/en, welche den/die Sockel aufnimmt.

Wie allgemein bekannt sein dürfte, ist unsere größte natürliche Lichtquelle, die Sonne, als Lichtspender für unsere Aquarien verpönt (Algenbildung usw.) Auch andere natürliche Lichtquellen, wie Feuer oder Kerzen, scheiden aus. Also wenden wir uns künstlichen Lichtquellen zu.

1.) Glühlampen
2.) Leuchtstofflampen
3.) Niedervolt-Halogenlampen
4.) Quecksilberdampflampen

Diese angeführten Bezeichnungen sind neutrale Namen für die Lampen. Die in der Umgangssprache verwendeten Bezeichnungen wie HQL, HQI, sind geschützte Bezeichnungen.

1.) Glühlampen
Seit ihrer Erfindung 1854 durch Heinrich Goebel (Edison hat die Glühlampe 1879 nur verbessert aber nicht erfunden), hat sich die Glühlampe nicht wesentlich verändert. Sie besteht aus einem luftleer gepumpten Glaskolben, in den ein Glühdraht eingebracht ist. Schickt man nun genügend hohen Strom durch diesen Draht, so beginnt der zu glühen. An der Luft würde der Draht sofort mit Sauerstoff oxydieren und dadurch zerstört werden.
Heute wird der Glaskolben mit Argon und Stickstoff, auch mit Krypton gefüllt, dadurch wird ein Verdampfen des Glühfadens unterbunden. Als Glühdraht verwendet man heute Wolfram (Schmelzpunkt 3410°C). Glühlampen werden nach ihrer Leistungsaufnahme bezeichnet, die etwa zwischen 2 Watt einer Taschenlampe und 2500 Watt eines Scheinwerfers liegt.
Da die Glühlampe etwa 95% ihrer aufgenommenen Energie in Wärme umwandelt, eignet sie sich besser zum Heizen des Wohnzimmers als zur Beleuchtung eines Aquariums.

2.) Leuchtstofflampen
Sind Niederdruck-Entladungslampen. Sie besitzen keinen Glühfaden im Sinne der Glühlampe, sie bestehen aus einem luftleeren, gasgefüllten Glasrohr, an dessen Enden zwei Elektroden als Stromzuführung eingeschmolzen sind. Luft und die meisten Gase sind unter normalen Bedingungen ein sehr guter Isolator. Ein kleiner Teil von Luftmolekülen ist jedoch in der Lage, elektrischen Strom zu leiten. Diesen Stromfluss ermöglichen Ionen und freie Elektronen, die in sehr geringen Mengen in diesen Gasen (auch Luft) enthalten sind. Diese positiv und negativ geladenen Teilchen werden von Drähten entgegengesetzter Ladung angezogen, doch ist der somit mögliche Stromfluss nur sehr gering. In einer mit Luft gefüllten Glasröhre, an deren Drähte man eine sehr hohe elektrische Spannung anlegt, würde die Luft als Isolator wirken. Die in der Röhre enthaltenen Moleküle sind so dicht gepackt und haben so wenig Bewegungsfreiheit, dass die geladenen Teilchen zwar von ihrem Gegenpotential angezogen werden, aber durch die dichte Packung der Luftmoleküle keine große Geschwindigkeit erreichen können.

3.) Niedervolt-Halogenlampen
Niedervolt-Halogenlampen sind eigentlich ganz normale Glühlampen, die sich nur durch eine besondere Gasfüllung (Halogen), von diesen unterscheiden. Zu den Halogenen gehören die Elemente Fluor, Chlor, Brom, Jod und Astat. Als Füllgas für Lampen wird am häufigsten Brom verwendet. Dieses Brom bildet die Grundlage für einen Kreislaufprozess in der Glühlampe. Als Gas liegt es in Form von Molekülen, bestehend aus jeweils zwei Bromatomen vor. Durch den hier nicht näher beschriebenen Kreislaufprozess und durch hohen Druck, entsteht ein weißeres Licht mit einem hohen Rotanteil. Die Lichtausbeute ist mit etwa 20 Im/W günstiger als die einer Glühlampe. Aber auch sie setzt nur etwa 15% ihrer aufgenommenen Energie in Licht um. Der Rest geht als Wärmestrahlung verloren.
Halogenlicht strahlt höhere Anteile an ultraviolettem Lichtes aus, als herkömmliche Glühlampen. Zum Schutz bieten sich zwei Möglichkeiten an. Eine Scheibe filtert Teile des UV-Lichtes heraus, kann aber keinen vollkommenen Schutz bieten. Einen besseren Schutz bietet ein spezielles Glas des Kolbens, das die UV-Strahlen herausfiltert - Zusatzbezeichnung "UV-Stop".

4.) Quecksilberdampf-Hochdrucklampen
Sie stellt gewissermaßen das Gegenstück zur Leuchtstofflampe dar. Im Brenner dieser Lampe herrscht ein Gasdruck bis zum 9fachen des normalen Luftdrucks. Durch diesen hohen Fülldruck verschieben sich die Strahlungsanteile des Quecksilbers mehr in den sichtbaren Bereich des Spektrums. Durch Fluoreszenzfarben wird jedoch der Rotanteil des Lichtes verstärkt.
Quecksilberdampf-Hochdrucklampen erreichen eine Lichtausbeute von etwa 40-60 Im/W.
Sie werden mit Netzspannung gestartet und benötigen zur Begrenzung des Betriebsstromes nur ein Vorschaltgerät in Form einer Drosselspule. Für quaristisch/terraristische Zwecke verwenden wir Lampen in der Leistungsstufe 80 u.125 W. In den meisten Fällen sind Vorschaltgeräte auf diese beiden Leistungsstufen umschaltbar.
Wenn man allerdings eine Leuchte mit umschaltbarem Vorschaltgerät verwendet, sollte man darauf achten, dass die Einstellung des Vorschaltgerätes mit der verwendeten Lampe übereinstimmt. Mit falscher Einstellung des Vorschaltgerätes (z.B. Vorschaltgerät 80 W, Lampe 125 W) lässt sich nämlich kein Strom sparen, sonder man verschlechtert dadurch den Wirkungsgrad der Lampe und verkürzt ihre Lebensdauer. Die mittlere Lebensdauer liegt bei 9000 Stunden, bei der Hälfte dieser Zeit liegt der Stromverlust bei etwa 10%.
Aus Sicherheitsgründen ist der eigentliche Brenner innerhalb eines zweiten Glaskolbens untergebracht. Lampen deren äußerer Kolben beschädigt ist, dürfen auf keinen Fall weiterbenutzt werden!
Nach dem gleichen Prinzip wie die Quecksilberdampf-Hochdrucklampe arbeitet die so genannte Mischlichtlampe. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um eine kombinierte Entladungslampe mit einem Glühwendel. Sie benötigt kein Vorschaltgerät, erreicht aber nur eine Lichtausbeute von 11-30 Im/W, der Rest wird durch die Glühwendel in Wärme umgesetzt.

Mit freundlicher Genehmigung, auszugsweise entnommen aus "Aquaristik aktuell",
Monatsjournal der KÖLNER Aquarien-u. Terrarienfreunde

Norbert SVARDAL, 1. WRN AT/Verein

 

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