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Oophaga pumilio
(früher Dendrobates) O. SCHMIDT, 1857
Ein Bericht von Rene Fischer

 

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Auch bekannt unter seinen Deutschen Namen Erdbeerfrosch oder Zwergbaumsteiger.
Seine Verbreitung beruht sich auf Costa Rica und an der Atlanticküste von Südost Nicaragua bis West Panama.
Seine Größe und Farbform Variiert je nach Herkunftsgebiet. Kleinste Variante 16 mm bzw. größte Variante 25 mm. Dendrobates pumilio ist bodenbewohnend klettert jedoch oft und viel. 
Die Geschlechter sind eher schwer zu unterscheiden. Sicherstes Merkmal bei älteren Tieren ist die Kehle die bei Männlichen Tieren schwarz erscheint. Bei Weiblichen Tieren die zumeist auch wesentlich stärker in ihrer Form sind ist die Kehle normalfarben. Die Geschlechtsreife tritt mit ca. 6 Monaten ein wobei Jungmännchen schon mal mit 3 -4 Monaten zu Rufen versuchen. Sein Höchstalter dürfte bei 14 Jahren liegen. 
Dendrobates pumilio Ernährt sich in Gefangenschaft vorwiegend von Kleinstinsekten wie kleiner Drosophila, Mikroheimchen, Springschwänzen, Tropischen Asseln, Blattläusen, Milben und Wiesenplankton. 
Jungtiere ernähren sich vorwiegend mit Springschwänzen und Milben.

Ich halte meine Tiere in Vollglasterrarien mit den Sondermassen 55 x 40 x 52. Jedes Becken ist mit einem Abfluss versehen. Die Lüftungen meiner Becken sind normale Kaminlüftungen im Frontbereich und ein streifen in der Deckscheibe. Die Rückwände bestehen aus Styropor, Überzogen mit normalen Fliesenkleber denn ich gleich nach überziehen mit Terrarienhumus beworfen habe. Der Bodengrund besteht aus Blähton darüber kommt eine Lage Fliegengitter und darauf Aquarienkies. Um die Einrichtung zu vervollständigen kommt noch eine Wurzel, Eichenlaub und einige Bromelien ins Becken. Zur Rückwandbegrünung eignet sich besonders Ficus pumilia .

Beleuchtet werden meine Terrarien mit T8 Röhren mit geringen UV Anteil. Die Röhren sind in denn Becken angebracht sodass Pflanzen und Tiere davon profitieren können. Besonders Fress- und Fortpflanzungsverhalten werden hiermit gesteigert und die Tiere scheinen auch viel vitaler zu wirken ( eigene Meinung). Die Beleuchtungsdauer beträgt 12 Std.

Dendrobates pumilio bevorzugt zwischen 24-30 C , in der Nacht 3-4 C Absenkung.
Die Luftfeuchte beträgt zwischen 70 - 90 % . Im Winter werden die Tiere etwas trockener gehalten. Die Regenzeit fängt zwischen Mai bis September an. Im Winter sprühe ich alle 3-4 Tage 1 Mal. In der Regenzeit 3 Mal am Tag. Beregnet wird mit einer Gardena Sprühanlage ( Micro-Drip-System). Als Düsen verwende ich keine Nebeldüsen sondern Sprühdüsen. Diese haben denn Vorteil das sie die Bromelien richtig durchschwemmen und nicht wie die Nebeldüsen die Bromelien nur auffüllen. Beregnet wird mit normalen abgestandenen Leitungswasser ph- Wert 7 , Härtegrad 15 was auf 25 C vorgewärmt wird.

Meine Tiere pflege ich 1,1 oder auch 1,2. Bessere Erfahrungen machte ich mit der Zusammenstellung 1,1.
Wenn ich die Regenzeit anfange zu imitieren setzen die Tiere meist 1-2 Tage später die ersten Gelege ab. Dendrobates pumilio ist zwecks Laichplatz nicht wählerisch, er benutzt Filmdosen, Cocosnusshälften mit Petrischale und diverse Pflanzenblätter wie die von einer Bromelie. Die Männchen Rufen mit ihren äpp äpp Lauten, mit Sichtkontakt zu den Weiblichen Tieren und versuchen sie zu dem für ihm geeigneten Laichplatz zu dirigieren. Hat er es geschafft so setzt er seine Spermien ab und das weibliche Tier legt nun zwischen 4-8 Eier darauf. Während des Ablaichvorgangs verlässt das Männliche Tier denn Laichplatz und hält sich meist in der nähe in einer Bromelie auf um Wasser zu ,,tanken". Ist das Weibliche Tier mit der Eiablage fertig ( ca. halbe Std.) verlässt es denn Laichplatz und das Männliche Tier kommt das Gelege mit dem ,,getankten" Wasser zu bewässern. Das Männliche Tier kommt nun in der Zeit von 12 - 14 Tagen bis die Larven schlüpfen regelmäßig vorbei um sie zu bewässern. Das weibliche Tier kommt auch regelmäßig vorbei um denn Reifestand der Eier zu prüfen in dem sie sich in ,,Kahnstellung" auf das Gelege setzt. Sind die Larven geschlüpft schlängeln sie sich über die Hinterbeine auf denn Rücken. Sie transportiert die Larven jeweils einzeln zu die von ihr vorgesehenen Bromelienachseln und setzt als Startpaket einige Nähreier ab. Mehr als fünf Jungtiere zieht Dendrobates pumilio in einer Brutsaison normal nicht auf. Meist haben die Tiere noch 2 - 3 Gelege die jedoch wenn kein Ausfall von einer Larve ist, nicht benötigt werden. Stirbt eine Larve oder hat sie beim ersten Gelege noch nicht ihren maximal Stand erreicht so kann sie von diesen Gelegen noch Larven holen. Der Rest von denn Larven wird dann nicht mehr beachtet und sterben nach ca. 2 Wochen. Mit diesen übrig gebliebenen Larven könnte eine Künstliche Aufzucht mit Eiern anderer Dendrobaten oder Phyllobates versucht werden. Nun lässt auch das Männliche Tier deutlich mit seiner Rufaktivität nach da das Weibliche Tier nicht mehr an ihm interessiert ist. Das Weibchen ist nun ganz in die Aufzucht der Larven vertieft und füttert sie in unregelmäßigen abständen mit denn eigens dafür produzierten Nähreiern die in ihrer Zusammensetzung ganz anders sind als die Normalen Befruchteten Eier. Jedes Mal wenn das Weibliche Tier die Larven füttert folgt darauf ein enormer Wachstumsschub. Die kürzeste von mir beobachtete Dauer von Schlupf bis Landgang dauerte 56 Tage. Nun darf man nicht denn großen Fehler machen die Jungtiere in Aufzuchtbecken unterbringen zu wollen denn meistens stellen sie dann die Nahrungsaufnahme ein und verenden. Fast jeder Jungfrosch der unter 6 Monate abgegeben wird ist ein Todeskandidat ( sprich Eigene Erfahrung). Gefüttert werden die Jungtiere mit Springschwänzen da Drosophila noch zu groß für sie ist. Mit 3 - 4 Monaten machen die Jungfroschmänner Rufversuche. Meist bei guter Fütterung sind sie mit 6 Monaten Geschlechtsreif und müssen nun aus denn Becken entfernt werden da die jungen Dendrobates pumilio Männer ziemlich aggressiv untereinander sind und mit vermehrten Ausfall zu rechnen ist.
Die einzige Variante unter Dendrobates pumilio die wo man mehrere Männchen in natürlich einem größeren Becken unterbringen kann ist Isla Bastimentos. Wobei auch hier 1,1 denn besseren erfolg garantiert.

Ich hoffe hiermit einen kleinen Beitrag zur Erhaltung dieser wunderschönen Art geleistet zu haben.

FISCHER Rene

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