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MIKROSIEMENS (µS/cm) - was ist das?

Ein Bericht von Norbert Svardal

Im Umgang mit dem Aquariumwasser begegnet uns der Begriff "µS/cm". Keine Angst es wird hier nicht über die anzustrebende Wasserhärte diskutiert. Sondern es soll nur einmal der Begriff der Leitfähigkeit von seiner physikalischen Seite her betrachtet werden.
Ein Beispiel aus dem täglichen Leben, - für den Einen ist ein Glas halb leer, für den Anderen
halb voll! So ähnlich verhält es sich mit dem elektrischen Widerstand und dem elektrischen Leitwert. 
Da die Aquarianer meist optimistisch sind, haben sich viele entschlossen, für ihr Aquarien-wasser den Leitwert zu verwenden.
Bestimmt ist schon jedem der Begriff des elektrischen Widerstandes begegnet. Elektrischer Strom besteht ja aus fließenden Elektronen, jenen atomaren Teilchen mit einer negativen elektrischen Ladung. Es gibt Stoffe, die den elektrischen Strom besser passieren lassen
als andere. Daher teilt man die Stoffe ganz grob in drei Gruppen ein; Leiter, Halbleiter und Nichtleiter, letztere sind die sogenannten Isolatoren, die elektrischen Strom so gut wie überhaupt nicht leiten, ihm also einen Widerstand entgegensetzen.
Nun hängt aber der elektrische Widerstand (z.B. Draht) nicht nur vom Material ab, sondern auch von seiner Länge, seinem Querschnitt und seiner Temperatur. Das Maß für einen elektrischen Widerstand ist "Ohm", das Formelzeichen ist der Großbuchstabe "R" und die erwähnte Maßeinheit wie erwähnt Ohm, wird dargestellt durch den griechischen Buchstaben
Omega (O).
Anstatt den elektrischen Widerstand zu bestimmen, kann man auch den Kehrwert, den elektrischen Leitwert messen. Das Formelzeichen für den elektrischen Leitwert ist der Großbuchstabe "G" und die Maßeinheit ist "Siemens", mit dem Kurzzeichen "S".
Einfach ausgedrückt heißt das, dass ein Stoff, der einen geringen elektrischen Widerstand hat, einen großen elektrischen Leitwert besitzt. Im Gegensatz dazu besitzen Stoffe, die einen hohen elektrischen Widerstand aufweisen, einen geringen elektrischen Leitwert.
Man kann also sagen; hohe Ohmzahl - geringer Leitwert, kleine Ohmzahl - hoher Leitwert.
Viele Einheiten von Maßen sind im täglichen Leben zu umständlich, so dass man nur Teile davon verwendet. Zum Beispiel das Längenmaß Meter, wenn wir eine Entfernung angeben, dann sagen wir nicht 10.000 m, sondern 10 Kilometer (km), oder bei Gewichten 1 Kilogramm (k) und nicht 1000 Gramm. Geben wir einen Durchmesser eines Gegenstandes an, so sagen wir nicht 0,005 m, sondern 3 Millimeter (mm). Hier steht Milli (m) für Tausendstel. So sind alle Teile von Einheiten nach einer Vorschrift (DIN) genormt und gelten für alle Maß-einheiten. So steht der griechische Kleinbuchstabe My (µ) für Mikro also 0,000 001 das Millionstel einer Einheit und schon sind wir bei unserem µS.
Der Leitwert von einem Wasser mit 300 µS/cm sagt aus, dass es sich um den dreihundertsten Teil eines Siemens handelt, also um 0,0003 S/cm. Wichtig ist auch die Aussage "pro Zentimeter" denn der reine Leitwert von 300 µS sagt überhaupt nichts aus!
Dieser reine Zahlenwert 300µS/cm sagt uns ohne Hintergrundinformation nicht viel, was 
verbirgt sich also dahinter? Dazu muss man wissen das destilliertes Wasser
ein Isolator ist, also einen großen Widerstand hat und somit einen Leitwert, der gegen Null geht. Was dieses Wasser leitend macht, sind darin enthaltene elektrische Ionen.

Norbert SVARDAL, 1.WRN/AT Verein
teilweise entnommen aus Aquaristik aktuell


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