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Die Eilandbarbe (Barbus oligolepis)

Ein Bericht von Peter Korn

Die_Eilandbarbe

Zusammen mit Purpurkopfbarbe pflegt der Autor seit Jahren die Eilandbarbe. Obwohl diese deutlich kleiner bleibt (Länge zwischen 4 und 5 cm), gibt es keine Probleme bei der dauerhaften gemeinsamen Pflege.
Während er in seiner Jugendzeit ein fast reines Barbenbecken unterhielt, ist er jetzt einen Schritt weiter gegangen und hat diese kleinen Barben mit Kirschfleck-, Kongo- und Rotkopfsalmlern vergesellschaftet. Die Haltung erfolgt in einem 200 ltr. Becken mit 50 cm Höhe.
Rein optisch sind durch diesen Fischbesatz, der noch durch einige Platy's, Antennenwelse, sowie einen grünen Fransenlipper ergänzt wird, alle Wasserbereiche abgedeckt.
Während sich die Kongosalmler überwiegend in den oberen Wasserschichten tummeln, durchstöbern die Eilandbarben die Bodenregion. Kirschfleck- und Rotkopfsalmler halten sich in Trupps meist im mittleren Bereich auf. Durch diese Fischauswahl wurde auich der Farbgestaltung Rechnung getragen, da eigentlich keine Fischart dominiert und dadurch keine andere unterdrückt.

Zentraler Punkt in diesem Aquarium ist eine Amazonas Schwertpflanze (Echinodorus horemannii), die mit ihrer Blattlänge von bis zu 1,20 m für die teilweise nötige Schattierung sorgt, so dass Schwimmpflanzen entbehrlich sind. An der Basis hat dieses Exemplar inzwischen einen Durchmesser von gut 20 cm erreicht. Reste von abgeschnittenen Blattstielen geben der Pflanze an der Basis ein stacheliges Aussehen. Zwischen diesen "Stacheln" verschwinden die Eilandbarben oft um sich auszuruhen oder sich zu verstecken, wenn man sie für Zuchtzwecke fangen möchte.
Sobald sie diesen Ort erreicht haben, ist die Fangaktion beendet, da es aussichtslos ist an sie heranzukommen. Hier hilft nur ein erneuter Versuch einige Stunden später, der entsprechend überraschend erfolgen muss und nur im freien Wasser gelingt.

Eine Bitte an alle Aquarianer, nehmt Rücksicht auf die Pfleglinge beim Fangen! Es ist günstiger mit zwei unterschiedlich großen Netzen zu arbeiten (1 Treibernetz, 1 Stellnetz) als mit einem Netz den gewünschten Fisch durchs Becken zu jagen, bis er erschöpft ist. Todesfälle sind dann nicht ausgeschlossen! Also Ruhe bewahren und die Fangaktion lieber verschieben!
Eilandbarben sind äußerst gewitzt und schwer zu fangen. Sie drücken sich in schwer zugängliche Lücken in Bodennähe. Ansonsten sind sie äußerst wendig und Meister im Haken schlagen. Hier gilt die Devise: "Einmal im Netz heißt noch lange nicht endgültig darin". Hier täuscht also der ruhige Eindruck, den sie ihrem Pfleger gegenüber meist an den Tag legen.

Im Verhalten gegenüber anderen Mitbewohnern sind sie äußerst sympathisch, da sie sich um diese nicht kümmern. Untereinander betrohen sich die Männchen sehr oft und laufen während dieser Zeit dunkel an. Die Flossen werden intensiv rotbraun, was durch den schwarzen Saum noch verstärkt wird. Der Körper selbst wird fast schwarzbraun, verschiedene Schuppen an den Seiten glitzern und funkeln und irgendwie erscheinen die Fische während dieser Zeit sehr viel größer, wozu sicher auch die abgespreizten Flossen beitragen. Sie umtänzeln sich mit etwas steifen Bewegungen, der Kopf ist dabei nach unten gerichtet.
Diese Kopfhaltung wird von älteren Männchen vor allem in der Ruhephase eingenommen. Sie stehen dann bewegungslos irgendwo unter den Pflanzen oder in deren Nähe. Das nächste Männchen hält sich dann in einiger Entfernung auf. 
Nach den Beobachtungen des Autors, hat jedes Tier seinen Lieblingsplatz, den es auch verteidigt. Von starren Territorien kann man aber nicht sprechen.


Bei den Eilandbarben gelten Temperaturen zwischen 20°C und 24°C als günstig. Die Wasserhärte dürfte nach den Erfahrungen des Autors keine Rolle spielen, sollte jedoch mehr als 10° dH betragen. Wobei nach oben keine Grenzen gesetzt sind. 
Eine erfolgreiche Entwicklung vom Laich zum Jungfisch ist allerdings nur im mittelharten Wasser gegeben. Der günstigste pH-Wert liegt zwischen 6 und 7.

Sie sind Allesfresser und gedeihen am besten, wenn sie abwechslungsreich ernährt werden, also auch pflanzliches Futter und kleines Lebend-u. aufgetautes Frostfutter erhalten.
Von Pflanzen werden feine Algen abgeweidet, die Blätter aber nicht angefressen.

Wichtig für das Wohlbefinden sind dichte Pflanzenbestände am Boden, z.B. Anubias und Cryptocorynen. Hierbei sollte aber der nötige Schwimmraum, sowie unbepflanzte Stellen zum Gründeln nicht vergessen werden. In diesem Bereich sollte weicher Bodengrund vorherrschen, damit Verletzungen am Maul vermieden werden.
Schattige Stellen bzw. Dämmerlicht sind unerlässlich, da sonst die schöne Färbung nie gezeigt wird.
Hierin liegt auch das Hauptproblem für die bisher relativ geringe Verbreitung in Aquarien. Bei den Zoohändlern und den Börsen werden die Tiere zu hell gehalten, wirken daher blass und unscheinbar, so dass der Laie automatisch zu auffälligeren Arten greift und sich dadurch um ein Kleinod bringt.
Junge Eilandbarben sind beige bis hellbraun gefärbt und besitzen dicke schwarze Punkte. Diese verschwinden mit der zeit und machen einer feinen Sprenkelung und dunklerer Färbung platz. Weibchen bleiben heller gefärbt und werden etwas dicker, Männchen nehmen die bereit beschriebene Färbung an.
Die Geschlechter lassen sich erst relativ spät erkennen, weshalb man von Anfang an mehrere Tiere halten sollte, was auch für diesen Schwarmfisch "lebenswichtig" ist. 
Nachgekaufte Tiere werden anfangs nicht akzeptiert und müssen sich ihren Rang und Platz erst erkämpfen. Dies wird umso schwerer, je länger z.B. ein alter Überlebender des früheren Besatzes allein gehalten wurde. Solche Tiere - dies gilt für fast alle Schwarmfische - sind oft sehr aggressiv, wenngleich die Art an sich recht friedlich ist. Verletzungen sind dann nicht mehr ausgeschlossen, während diese sonst nie auftreten.

Da Eilandbarben Altwasser lieben, sind Wasserwechsel nur teilweise vorzunehmen. Wird dieser jedoch überhaupt nicht oder selten durchgeführt und wird das Wasser zu alt steigt natürlich die Nitrat/Nitrit-Belastung an. Dies zeigen auch die Fische sofort, indem die Augen aus den Höhlen wandern (Glotzäugigkeit); sich entzünden und auch das Maul anschwillt.
Oft sind diese Kranken nicht mehr zu retten, da die Schädigungen schon so schwerwiegend sind. Deshalb darauf achten, dass entsprechend oft, dafür aber wenig Wasser ausgetauscht wird. 
Die Zucht dieser Art hat schon einigen erfolgreichen Züchtern erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Es ist natürlich möglich, hängt aber vom Alter, der Ernährung und vor allem der Harmonie der Paare ab.

Peter KORN

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