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Die Weichschildkröte

Ein Bericht von Norbert Svardal

Weichschildkroete

Die sehr flachen, breiten und im Umriß ihres Panzers kurzovalen Weichschildkröten mit kleinen oberstemmigen Augen und röhrenförmigen Schnorchelnase, den fleischigen breitgesäumten Ruderpfoten, an denen nur drei Zehen Krallen haben, sind im höchsten Maße und in einer ganz speziellen Richtung auf ein Dasein am Grund von Binnengewässern eingerichtet. 

Weichschildkröten heißen sie, da ihr Knochenpanzer nicht mit Hornplatten bedeckt, sondern von einer festen, recht dicken Haut überzogen ist, die ihre knöcherne Unterlage an den Seiten- und Hinterrädern ganz erheblich überragt. Manche Arten haben auf ihrem hinteren Teil besondere taschenförmige Hautfalten, in denen die Hinterbeine verborgen werden können. Die Hornscheiden der Kiefer sind außen mit fleischigen Lippen bedeckt, wodurch Schärfe und Kraft ihrer Bisse jedoch keineswegs leiden. In Bedrängnis geraten, gebärden sich Weichschildkröten nämlich mitunter recht agressiv und verstehen es, sich ihrer Haut zu wehren.

Besser als bei allen anderen Wasserschildkröten funktioniert bei den Weichschildkröten die Atmung im Wasser. Ihre Rachenschleimhaut ist mit reich durchbluteten Zotten ausgestattet, die in der selben Weise wie Kiemen der Fische, 

Sauerstoff aus der im Wasser gelösten Luft aufnehmen und das Kohlendioxyd ins Wasser abgeben. Freilich handelt es sich bei diesen "Rachenkiemen" nur um ein zusätzliches Atmungsorgan, doch es gestattet ihnen bei voller Aktivität zehn bis zwölf Stunden unter Wasser zu bleiben, ohne zum Luftholen an die Oberfläche zu müssen.

Ihr Lebenselement Wasser verlassen die Tiere nur selten und bleiben nur am Ufer, um ihre hartschaligen kugelrunden Eier abzulegen oder aufzusuchen, die je nach Art größer oder kleiner als ein Tischtennisball sind und in einem Gelege zu mehreren Dutzend liegen. 

Alle Weichschildkröten sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie meist träge am Grund der Gewässer, ohne jedoch einen zufällig vorbeikommenden Fisch oder Frosch unbehelligt zu lassen. Sie halten sich ausschließlich an tierische Kost.

Fische, Lurchen vor allem jedoch krebsartige Wasserinsekten, sowie Mollusken sind ihre Beute. 

Exemplare, die sich mit zunehmenden Alter ganz auf Muscheln und Schnecken verlegen, verlieren allmählich die scharfen Schneiden ihrer Kieferränder im Austausch gegen breite Kauflächen. 

In ihrer Verbreitung halten sich die Weichschildkröten im wesentlichen an die nördliche Halbkugel. Im nördlichen Äquatorialafrika sind zwei Arten beheimatet und in Nordamerika sind vier Trionyxarten bekannt. 

Das Zentrum der Familie ist aber zweifellos Süd-und Südostasien. Die geologisch älteste bekannte Weichschildkröte stammt aus dem Oberjura Südchinas (Szetschuan).

Nicht nur die vier monotypischen Gattungen -Lissemys, Chiltra, Pelochelys, Dogania sind dort beheimatet, sondern darüber hinaus auch noch acht Trionyxarten. 

Zur Haltung im Aquaterrarium ist zu beachten:
Als nicht besonders starke Schwimmer, wollen sie möglichst guten Gewässergrund, die Höhe des Wasserstandes ist nicht von Bedeutung. Auch sollte das Terrarium der Anzahl und Größe der Tiere ensprechen. Im größeren Wasserteil ist Filter und Heizung eine Selbstverständlichkeit und die Kost wurde bereits erwähnt. 

Richten sie den Wasserteil einfach ein, - gewaschener Sand (nicht scharfkantig), als Dekoration, Moorkienholz - genügt. UV-Licht und Wärmelampe wäre zu empfehlen.

Genauere Informationen und Bücher über die Haltung von Wasserschildkröten erhalten Sie in jedem Buchhandel und Zoofachgeschäft.

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