Get Adobe Flash player
Start Berichte

Querbandhechtlinge - Haltung und Nachzucht

Ein Bericht von Norbert Svardal

querbandhechtling

Die afrikanischen Hechtlinge der Gattung Epiplatys sind zum überwiegenden Teil Bewohner der Feuchtsavanne und des Urwaldes. Ihre Hauptverbreitung reicht entlang der Westküsten-ebenen vom Senegal bis in das Kongobecken.

Besonders bekannt und beliebt bei Aquarianern sind die Hechtlinge aus Sierra Leone und Liberia (Dr.LAMBOJ, POSCH, HOLUB und ich haben sie 1985 in Sierra Leone gefangen, beobachtet und mitgebracht). Hechtlinge aus der Gruppe der Epiplatys-fasciolatus-u.-dageti-Gruppe. Durch Trockengebiete getrennt, leben in Kamerun und Gabun mehrere Arten, die vor etwa zwanzig Jahren bei den Liebhabern solcher Fische, weite Verbreitung fanden. 

Am bekanntesten und im Handel am leichtesten erhältlich ist E. dageti. Neben den allgemein bekannten E. dageti dageti, gibt es eine Unterart E. dageti monrovia (fälschlich "Chaperi"), bei denen die Männchen durch ihre intensiv orang/rotfarbene Kehlregion auffallen.

Der Querbandhechtling wie unsere Bezeichnung lautet, wurde lange Zeit von Liberia regelmäßig importiert, wobei heute fasst nur in Europa nachgezüchtete Tiere im Handel erhältlich sind. Er ist zurecht ein Einsteigerfisch, der durch seine Genügsamkeit und Ausdauer auffällt und mit dem ein Anfänger erste Erfahrungen bei der Haltung und auch bei der Zucht sammeln kann.

In seiner Heimat bewohnt er manchmal auch mit Pseudepiplatys annulatus, bevorzugt stehende oder nur schwach fließende Gewässer. Verborgen zwischen Pflanzen lauert er wie die anderen Vertreter seiner Gattung nahe der Wasseroberfläche auf Anflugnahrung. Fliegen und Mücken werden von den Fischen in schnellem Vorstoß erbeutet, daneben gibt es noch winzig kleine Käfer und Ameisen die in das Wasser fallen und zur Beute werden.
Dieses oder vielleicht ähnliches Beuteverhalten zeigen alle Hechtlingsarten auch im Aquarium. Sie stehen meist ganz regungslos unter der Wasseroberfläche, bevorzugt unter Schwimmpflanzen, fällt dann Futter auf die Wasseroberfläche, stoßen die Fische blitzschnell vor, fassen zu und ziehen sich wieder auf ihren Standplatz zurück.

Ihre Ernährung ist unproblematisch, Frost-u.Flockenfutter wird angenommen, natürlich Lebendfutter wird bevorzugt genommen. 
Während der Fütterung im Aquarium wäre es ratsam, Filter und eine eventuelle Belüftung abzuschalten, um eine rasche Verteilung des Futters im Becken zu vermeiden. Die Fische haben nämlich durch ihr obenständiges Maul, große Schwierigkeiten zu Boden gesunkene
Nahrung aufzunehmen. Daher nur so viel Futter in das Aquarium geben, wie die Fische in wenigen Minuten fressen können.

Meist sind die Hechtlinge nach vier bis sieben Monate geschlechtsreif und nach einem Jahr ausgewachsen und je nach Art zwischen vier und zehn Zentimeter groß, wobei sie trotzdem in ihren Platzansprüchen bescheiden bleiben.

Ein "Anfängerset-Aquarium" wie sie im Handel angeboten werden, würde vollauf genügen. Die Wasserhöhe ist unbedeutend, da sich die Fische meist nahe der Oberfläche aufhalten.

Zum Wasser selbst wäre zu sagen, pH-Wert und Härte sind ziemlich unwesentlich, obwohl Hechtlinge aus Gegenden stammen, wo sie leicht saures Wasser ohne besonderer Härte haben, im Aquarium bis auf wenige Ausnahmen, sind die Tiere sehr anpassungsfähig und pH-Werte bis 7,5 und dGH bis 20° werden toleriert. Die Temperatur sollte um 24°C liegen.
Die Einrichtung sollte den Ansprüchen der Fische entgegenkommen, feiner Sand als Bodengrund, viele feinblättrige Pflanzen und Schwimmpflanzen um Rückzugs-u.Versteck-möglichkeiten zu bieten.

Eine Vergesellschaftung ist möglich, am besten eignen sich friedliche Fische die nicht sehr schwimmaktiv sind. Der Zoofachhandel wird sie da sicher gut beraten.

Empfindlich reagieren Epiplatys-Arten auf starke Wasserbelastungen (verdorbenes am Boden liegendes Futter, abgestorbene Pflanzen usw.), Schaukelbewegungen und Flossenklemmen sind die Folge, hier wäre sofortiger Wasserwechsel angebracht um Arges zu vermeiden.

Sonst sind Hechtlinge im allgemeinen nicht sehr krankheitsanfällig.

Wer schon mehr Erfahrung mit der Haltung von Hechtlingen hat und sie nachzüchten möchte, hier einige Tipps:
Zuerst ein eigenes Aquarium, ein spezielles Zuchtbecken - es genügt ein Becken mit der Grundfläche 40 x 20 x 20 Zentimeter, kleiner Innenfilter, als Bodengrund gut ausgesäuerter Naturtorf und einige Torffasern als Versteckmöglichkeit.
Pflanzen: Teichlebermoos (Riccia) für die Oberfläche, Sumpffreund (Limnophila-Arten) als Einrichtungs-u.Ablaichpflanze.
Nun sollte man allerdings den Wasserwerten mehr Beachtung schenken, ein pH-Wert im leicht saurem Bereich also etwa pH 6,5 - 6,8 eine dGH von etwa 12°. Temperatur um 24°C.

Zu den Zuchttieren: 
Nur gut gefütterte, gut aussehende Tiere auswählen! Sind die Fische in guter Konstitution, werden sie sich fortpflanzen. Das Männchen wird nach einiger Zeit das Weibchen mit gespreizten Flossen umschwimmen. Gefällt dem Weibchen das Gehabe, wird sie parallel neben ihm schwimmen, so dass das Männchen sich an seine Partnerin schmiegen kann. Ist der Laichplatz bestimmt, verharren sie an dieser Stelle in einer s-förmigen Körperhaltung, wobei das Männchen seine Partnerin scheinbar mit der Afterflosse umfasst. Eier und Samen werden von beiden Partnern unter leichtem Zittern abgegeben um sich anschließend ruckartig von einander zu trennen.
Die Laichkörner auf Pflanzen oder Torffasern, sind durchsichtig und etwas hartschalig.

Nun hat man zwei Möglichkeiten gute Schlupfraten zu erzielen:
1. Den Laich von den Pflanzen oder Torffasern absuchen in flache, mit Wasser aus dem Zuchtbecken gefüllte Schalen (Petrischalen) geben, wo die Eier etwa 14 Tage bis zum Schlupf verbleiben oder
2. Den Laich in das ausgepresste schwach feuchte Torf aus dem Zuchtbecken geben und bei Zimmertemperatur zwei Wochen lagern. Meiner Meinung nach die bessere und erfolgreichere Methode. Nach etwa zwei Wochen mit Wasser aufgießen und es werden fasst alle Jungfische gleichzeitig schlüpfen.

Die Aufzucht erfolgt am Anfang mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien und bald darauf mit Aufzucht Staubfutter für Jungfische, Cyclops und Daphnien.

Regelmäßiger Wasserwechsel, abwechslungsreiches Futter und ihre Hechtlinge werden bis zu vier Jahre alt.

Zurück zur Berichtsauswahl