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Das Problem der Panzererweichung bei

Wasser-u. Sumpfschildkröten

Ein Bericht von Norbert Svardal

Sumpfschildkroete_1

Immer größeres Interesse wird für Wasser-u. Sumpfschildkröten gezeigt. Ja man kann sogar behaupten, neben Echsen, die beliebtesten Pfleglinge in Obhut der Menschen. Das trifft in erster Linie für Rotwangenschildkröten (Trachemis scripta elegans), Zierschildkröten (Chrysemis picta), Mississippi Höckerschildkröten (Graptemys kohnii), Chinesische Dreikielschildkröten (Chinemys reevesii) und Moschusschildkröten (Sternotherus odoratus) zu. 
Wobei die beiden Letztgenannten eher seltener zu bekommen sind und für den Neueinsteiger eher farblos wirken.
Bei Rotwangen- und Mississippi Höckerschildkröten beide aus den USA, trifft die Beliebtheit am meisten zu. Dank ihrer schönen Zeichnung und ihrer verhältnismäßig langsamen Wachstumsperiode, sofern sie nicht zu warm gehalten werden und dadurch viel zu rasch wachsen, wobei in Einzelfällen bereits nach zwei Jahren annähernd die Endgröße erreicht wird, haben sich diese Wasserschildkröten am meisten in den Aquaterrarien etabliert.

Leider treten aber auch große Verluste bei der Pflege von Wasser-u. Sumpfschildkröten auf, die sich vor allem in Form einer Panzererweichung zeigt.
Diese bei Wasser- und Sumpfschildkröten häufig vorkommende Erkrankung beruht auf eine zu geringe Versorgung des Organismus mit Vitaminen und lebenswichtigen Mineralien.
Um dem vorzubeugen, nach dem Kauf mit Vitaminen und essentiellen Mineralien versorgen und bei bereits erkrankten Tieren, eine wirksame kräftige Beigabe von diesen Präparaten verabreichen.
Es ist eine reine chronische Erkrankung deren Verlauf vom Einsetzen der ersten Symptome,
mehrere Monate dauern kann (meistens ist das bei Babyschildkröten durch die Haltungs -u. Transportzeit), bis die Tiere schließlich mit hochgradig weichem Panzer und bei völliger Apathie verenden.

Typische Symptome einer beginnenden Erweichung sind in fasst allen Fällen das Anschwellen der Augen, wobei, wenn nicht sofort eine tierärztliche Behandlung einsetzt, die Schwellung so stark wird, dass sie die Augenlider nicht mehr öffnen können.
Gleichzeitig kann auch Rücken- und Bauchpanzer allmählich an Härte verlieren.
Die Schildkröten verlieren das Interesse am Fressen, nehmen keine Nahrung mehr zu sich, der Panzer wird immer weicher und Hornschilde lösen sich ab und die oft rettende UV-Bestrahlung, hilft da in den wenigsten Fällen.

Wenn ein solcher Vitamin D und Kalziummangel herrscht, ist die Hornbildung der Oberhaut und das Wachstum der Knochen gestört, die Folge ist Appetitlosigkeit, Entkräftung, unfähig Futter aufzunehmen, bis zum Verenden des Tieres.
Daher ist wichtig, mit dem Futter immer Vitamine und Mineralien zu verabreichen.
Sollten die oben genannten Symptome mit einer gleichzeitigen Lichtscheue (als Folge der Augenschwellung) auftreten, so müssten schon bei jedem Pfleger die Alarmglocken läuten
und sofort eine vermehrte Vitamin- und Mineralgabe erfolgen.

Ich selber habe damals, das liegt schon mehr als 30 Jahre zurück, in Ermangelung von nicht erhältlichen Vitaminpräparaten für Reptilien, auf Anraten eines Tierarztes (einen speziellen Reptilienarzt kannte ich nicht), Trigantol (ein Vitamin für Hund, Katze, Pferd, Schwein, Schaf usw.) und Sepiakalk mit ausgezeichnetem Erfolg verabreicht. 
Ich hatte 22 Wasser-u. Sumpfschildkröten acht verschiedener Gattungen und Arten und glücklicherweise waren nur wenige erkrankte Tiere dabei, welche allerdings bereits beim Kauf eine leichte Panzererweichung hatten, was wahrscheinlich als Folge des langen Transportweges vom Fang bis zum Händler, anzusehen war. 
Heute würde man Trigantol nicht mehr verwenden, da nachgewiesenermaßen dieses Präparat die Nieren von Schildkröten schädigt.
Meist sind die bei uns im Handel erhältlichen Tiere aus Zuchtfarmen in den USA und in maximal 48 Stunden beim Zoogroßhändler, so dass ein langer Transport wegfällt und solche Krankheitssymptome ausgeschlossen sind.

Die jetzt im Handel erhältlichen Vitamine sind alle hervorragend und dazu würde ich auch Mineralstoffpräparate und Sepiakalk empfehlen. Sepiaschalen sind in jedem Zoofachgeschäft erhältlich, mit einer Nussreibe kann man dieses geschmacklose Naturprodukt von der Schale lösen, das Futter bestäuben und die Schildkröten werden es problemlos annehmen.

Sollte nun eine Schildkröte mit diesen Anzeichen im eigenen Aquaterrarium schwimmen, so ist anzunehmen, dass bei der Pflege Fehler gemacht wurden und das Aufsuchen eines Tierarztes mit Reptilienerfahrung ist ratsam. Dieser wird nach einer Erstbehandlung wahrscheinlich die Verabreichung von Vitaminen in Form von Tropfen oder Pulver, sowie ein Mineralstoffpräparat empfehlen, was in den meisten Fällen zu einer raschen Besserung des Allgemeinzustandes des Patienten führen wird.
Nach einiger Zeit wird wieder Futter angenommen, die Schwellung der Augen wird zurückgehen und der Rücken- u. Bauchpanzer wird sich wieder langsam verfestigen. 

N. SVARDAL, 1.WRN AT/Verein

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