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Leopardgeckos

Eublepharis macularius

Ein Bericht von Mario Schöffauer

Vorkommen: Syrien, Irak, Iran, Turkmenistan, Pakistan, Afghanistan und Indien
Größe: bis zu 20cm selten größer
Lebenserwartung im Terrarium: Bis zu 20 Jahren

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Von Eublepharis macularius sind insgesamt 6 Unterarten beschrieben. Eine Auflistung dieser Unterarten würde hier jedoch den Rahmen sprengen. Die für die Terraristik am bedeutendste Unterart ist Eublepharis macularius macularius mit einem Verbreitungsgebiet von Afghanistan über Pakistan und Indien. 

Der Leopardgecko gehört zur Familie der Lidgeckos (Eublepharidae) ist nachtaktiv und ein Räuber, ernährt sich also karnivor. Eines der markantesten Unterscheidungsmerkmale der Lidgeckos zu allen anderen Geckoarten sind die beweglichen Augenlider, die er beim Ergreifen seiner Beute als Schutzmaßnahme schließt. Der Leopardgecko bevorzugt als Lebensraum steppenähnliche Landstriche mit lehmigen oder steinigem Boden und vermeidet vor allem Gebiete in denen ausschließlich Sand vorkommt. Er ist somit in reinen Sandwüsten nicht zu finden. Dem Leopardgecko sollte ein Terrarium mit festem Boden, etwa Lehmboden in Kombination mit ein paar Steinen oder kleineren Felsbrocken, oder Steinplatten zur Verfügung gestellt werden. Für eventuelle Eiablagen empfiehlt sich ein Bereich aus Sand/Erde-Gemisch, das in der Zeit der Eiablage immer feucht gehalten werden sollte. Auf keinen Fall sollte auf geeignete Klettermöglichkeiten und Höhlen, die untertags als Versteck dienen, vergessen werden. Obligatorisch ist natürlich auch eine Wasserschale, in der immer frisches Wasser angeboten werden muss. Eine Rückwand aus Korkrinde und ein schönes Sortiment an Sukkulenten rundet das Terrarium optisch ab.

Die gesetzlich in Österreich vorgeschriebenen Mindestanforderungen bezüglich der Terrariengröße für Leopardgeckos wurden in der 2.Tierhaltungsverordnung zum Bundestierschutzgesetz (TSchG), das am 01.01.2005 in Kraft getreten ist, neu verordnet. (siehe Tabelle 1)

Das Terrarium sollte am besten in zwei Temperaturbereiche geteilt werden, einen mit ca. 28-30°C und einen kühleren Temperaturbereich mit ca. 22°C der dem Gecko als Schlafbereich dient. Lokal können mit dafür geeigneten Leuchtmitteln natürlich auch wärmere Punkte, z.B. bestrahlte Schieferplatten eingerichtet werden. In den natürlichen Habitaten des Leopardgeckos sind in den Sommermonaten untertags Temperaturen von 50°C im Schatten durchaus üblich. Am Tag befindet sich der Leopardgecko jedoch immer in seinem Versteck in dem es deutlich kühler ist. Abends verlässt der Leopardgecko sein Tagversteck um auf Beutezug zu gehen und um sich in den warmen Sommernächten, die Temperatur fällt kaum unter 27-30°C, aufzuwärmen. Aus diesem Grund kann nach Abschalten der Terrarienbeleuchtung durchaus ein kleiner Bereich des Terrariums für 3-4 Stunden mittels einer Heizmatte erwärmt werden. Der Leopardgecko wird diesen Bereich nachts zum Aufwärmen nutzen. Auf keinen Fall darf jedoch der Schlafbereich zusätzlich beheizt werden.

Die Beleuchtungsdauer sollte täglich je nach Jahreszeit 6-14 Stunden dauern. Aufgrund der Tatsache das der Leopardgecko ein nachtaktiver Gecko ist wird eine UV-Lampe meiner Ansicht nach nicht benötigt, jedoch ist im TSchG für Leopardgeckos eine tägliche UV-Bestrahlung verbindlich vorgeschrieben. Weiters ist eine kurze Winterruhe von ca. 2 Monaten (Dezember/Jänner) bei einer täglichen Beleuchtungsdauer von 6-8 Stunden und einer Temperatur von 10-16°C vorteilhaft und wirkt sich positiv auf den Gesundheitszustand sowie auf die Fortpflanzungsfähigkeit der Tiere aus. 

Die natürliche Nahrung von Leopardgeckos besteht zum größten Teil aus Insekten, Echsen, Jungtieren von Kleinsäugern aber auch Skorpionen und Ameisenlöwen. In der Terraristik werden meist Heimchen, Grillen, Wanderheuschrecken, Schwarzkäferlarven, Wachsmottenlarven, Schaben und Babymäuse verfüttert. Babymäuse werden jedoch nur an adulte Tiere verfüttert und auch nur von ca. 70% der Leopardgeckos angenommen. Das Einstäuben der Futtertiere mit Mineralstoffpräparaten aus dem Tierhandel ist zu empfehlen, da unter anderem das benötigte Calcium-Phosphor Verhältnis von ca. 1:1 bis 1:1,5 und der Vitamin D3-Bedarf durch Futtertiere alleine nicht erreicht wird. Es kann auch ein kleiner Becher mit zerstückelter Sepiaschale permanent im Terrarium angeboten werden.

Ihre Fortpflanzungsfähigkeit erlangen Leopardgeckos im Alter von 12-15 Monaten, spätestens jedoch im Alter von 3 Jahren. Die Balz der Leopardgeckos beginnt meist im Februar oder März nach dem Ende der Winterruhe bei ansteigenden Temperaturen. Findet ein Männchen ein paarungsbereites Weibchen kommt es zur Paarung. Das Männchen fixiert das Weibchen im Nackenbereich mittels eines sogenannten Paarungsbisses und es kommt zur Kopulation. Dieses Ritual wird in der Regel mehrere Male pro Weibchen durchgeführt. Oft wird dieses Verhalten von Leopardgeckohaltern als Kampf missinterpretiert, und die Tiere in der Folge separiert. In seltenen Fällen kommt es dabei auch zu Verletzungen. Kleinere Verletzungen können sehr gut mit Gentianaviolett (als 5%ige Lösung in 70%igem Alkohol) aus der Apotheke behandelt werden. Diese Lösung ist mittels eines Wattestäbchens auf die Wunde aufzutupfen. Bei bereits entzundenen oder größeren Verletzungen ist auf jeden Fall ein reptilienkundiger Tierarzt aufzusuchen.

Wird ein Männchen mit mehreren Weibchen vergesellschaftet, kopuliert es im Normalfall nacheinander mit allen Weibchen des Terrariums. Es sollten sich immer mehrere Weibchen im Terrarium befinden, da ein Weibchen alleine durch das dauerhafte Fortpflanzungsbestreben eines Männchens erheblichen Stress erleiden würde. Auf keinen Fall dürfen zwei Männchen gemeinsam gehalten werden, da es sonst permanent zu Revierkämpfen kommt. Weibchen produzieren je nach Alter und Verfassung während einer Fortpflanzungsperiode mehrere Gelege. Hiezu sind keine weiteren Kopulationen mehr erforderlich da die Weibchen in der Lage sind die Spermien ca. 4 Monate lang zu speichern ABRAHAM (1986). Die Trächtigkeit dauert ca. 4 Wochen und jedes Gelege besteht im Normalfall aus 2 Eiern. Am Ende einer Fortpflanzungsperiode oder bei jungen Tieren bzw. Tieren in schlechter Verfassung wird teilweise nur ein Ei gelegt. Einige Tage vor der Eiablage beginnt das Weibchen nach brauchbaren Ablageplätzen zu suchen und es können dabei oft Probegrabungen beobachtet werden.

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Spätestens jetzt sollte ein geeignetes Legesubstrat, am besten ein angefeuchtetes Sand/Erde Gemisch oder auch nur Sand, in einem Legebehälter mit ca. 10cm Tiefe, der direkt ins Terrarium gestellt wird, angeboten werden. Selbstverständlich kann auch ein Ablageplatz mit einem solchen Substrat im Terrariengrund selbst verwirklicht werden. Nach der Eiablage sollte das Gelege vorsichtig freigelegt werden und in einen Inkubator überführt werden. Zufallsnachzuchten im Terrarium gelingen zwar auch immer wieder, die frisch geschlüpften Jungtiere werden aber sehr oft von ihren erwachsenen Artgenossen aufgefressen. Als Inkubationssubstrat eignet sich besonders Vermiculite oder Perlite, das immer feucht gehalten werden muss. Es dürfen sich jedoch niemals freie Ansammlungen von Wasser im Inkubationsbehälter befinden. Es gibt viele Berichte über eine eventuelle Gefahr durch Verschlucken von oben angeführten Inkubationssubstrat durch die Jungtiere direkt nach dem Schlupf, weil sich der Leopardgecko sofort nach dem Schlupf häutet und seine Haut inklusive Substratteile frisst. Diese "Gefahr" kann ich jedoch in keinster Weise bestätigen und habe ein Verschlucken von Substrat auch noch nie beobachten können. Dennoch ist eine Inkubation in reinem unbehandelten Sand natürlich auch möglich, bedarf jedoch einer oftmaligen Kontrolle der Substratfeuchte.

Die Zeitigungstemperatur sollte zwischen 26 und 32°C gewählt werden, je nach gewünschtem Geschlecht. Bei einer Temperatur von ca.26-29°C ist mit einem vermehrten Schlupf von Weibchen zu rechnen, hingegen bei einer Temperatur von ca.31-32°C vermehrt Männchen schlüpfen. Ab einer Temperatur von 32,5-34°C treten wiederum vermehrt die sogenannten "heiß gezeitigten" Weibchen auf, die merklich größer und schwerer werden als "normal gezeitigte" Weibchen und ein wesentlich aggressiveres Verhalten zu Tage legen. Die Inkubationsdauer beträgt je nach gewählter Temperatur zwischen 35 und 65 Tage.

Die Aufzucht der Jungtiere sollte in kleinen Terrarien, am besten in Einzelhaltung erfolgen, um eine kontrollierte Fütterung zu gewährleisten. Die Tageshöchsttemperatur muss etwas niedriger gewählt werden als bei adulten Tieren und es sollte immer ein feuchter Versteckplatz vorhanden sein. Das Aufzuchtterrarium sollte einmal täglich besprüht werden, gefüttert wird täglich mit kleinen bestäubten Heimchen oder ähnlichem. Es kommt unter Umständen vor, dass frisch geschlüpfte Leopardgeckos erst am dritten Tag zu fressen beginnen. Nachdem die Jungtiere futterfest sind und an Gewicht zugesetzt haben, können sie mit anderen, in etwa gleichaltrigen Artgenossen, vergesellschaftet werden. Von einer Vergesellschaftung mit anderen Reptilien muss abgeraten werden, da es sehr oft zu Kämpfen kommt, bei denen der Leopardgecko gelegentlich seinen Schwanz abwirft, oder bei der Jagd nach Futter unabsichtlich andere Tiere verletzt werden. Sollte einmal ein Schwanz abgeworfen werden besteht kein Grund zur Panik, da dieser wieder vollständig regeneriert.

Heute sind im Handel unzählige Farbvarianten des Leopardgeckos erhältlich. Über diese Farbvarianten werde ich in einem eigenen ausführlichen Bericht Ende 2005 in der DDA schreiben. Alles in allem ist der Leopardgecko ein sehr interessanter meist zutraulicher Pflegling der mit etwas Geschick und Fleiß auch von weniger geübten Terrarianern gehalten und nachgezüchtet werden kann.

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Tabelle 1:

Anzahl und Größe der
Tiere

Grundfläch
in m²

Höhe
in m
zusätzliche Fläche für
jedes weitere Tier in m²

1-2 Tiere, bis 10 cm

0,10
0,30
0,10
1-2 Tiere, 10-15 cm
0,30
0,40
0,10
1-2 adulte Tiere
0,50
0,40
0,20

Text: Mario SCHÖFFAUER, 1.WRN AT/Verein
Fotos: Leopold SCHMALZL, 1.WRN AT/Verein

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