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Der Bitterling (Rhodeus amarus)

ein Fisch für das Kaltwasseraquarium

Ein Bericht von Norbert Svardal

Ich bin seit meinem 12. Lebensjahr Aquarianer und habe als Kind, da waren die Gewässer noch klar und rein, verschiedene Fische, auch Bitterlinge gefangen und in einer alten Blechbadewanne gepflegt und mehr durch Zufall, gezüchtet.

Bitterlinge sind kleine zur Gruppe der Karpfenfische gehörenden Süßwasserfische. Ihr Körper ist oval, seitlich zusammengedrückt, farblich eher graugrün und mit einer smaragdfarbenen Seitenlinie versehen. Sie können eine Größe von etwa 12 cm erreichen, bleiben aber im wesentlichen etwas kleiner. Ihre Rücken-bzw. Afterflosse ist nicht, wie bei Karpfenfische sonst üblich, mit Hartstrahlen verstärkt. 

Sie haben eine ganz eigenwillige Fortpflanzungsweise, die einmalig unter den Fischen ist, die Weibchen legen ihre Eier mittels Legeröhre in die Ausströmöffnung von Muscheln, zwischen deren Kiemen sich die Bitterlingseier entwickeln können. Die Muschel versorgt in ihrer Kinderstube die Brut mit Sauerstoff. 

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mitteleuropa bis Fernost und sind sieben Gattungen bekannt. Unter den sieben Gattungen sind 39 Arten bzw. Unterarten beschrieben, wobei einige nur noch auf dem Papier existieren. Zur Gattung Rhodeus gehört unsere in Europa lebende Art. 

Die europäische Art Rhodeus amarus kommt von Frankreich im Westen bis zum Schwarzen Meer und Kaspischen Meer im Osten vor. 

Die Laichzeit der Bitterlinge ist im Frühjahr und auch Sommer. Die Männchen schmücken sich zur Hochzeit mit leuchtenden Farben, die tropischen Fischen kaum nachstehen. Sie erstrahlen in blauen, violetten und rötlichen Tönen, wobei sie um das Maul einen Laichausschlag tragen. 

Bei den umworbenen Weibchen tritt eine mehrere Zentimeter lange Legeröhre hervor, mit deren Hilfe sie ihre Eier in die Ausströmöffnung einer Muschel legt. Ein Weibchen legt in mehreren Gruppen ungefähr 80 bis 100 Eier ab. Das Männchen wartet die Eiablage ab und samt wenig später über der Atemöffnung der Muschel ab, so dass das Sperma mit dem nächsten Atemzug der Muschel eingesaugt wird. Die klebrigen Eier heften sich zwischen den Kiemenblättchen der Muschel fest und werden sodann mit dem einströmenden Atemwasser befruchtet und weiter mit Sauerstoff versorgt. So geschützt entwickelt sich der Bitterlingslaich. Die Embryonen leben mehrere Wochen (eine exakte Angabe fehlt auch mir) in der Muschel, wachsen und ernähren sich von ihrem Dottervorrat.

Nachdem der verhältnismäßig große Dottersack der einzelnen Bitterlingsembryonen aufgezehrt ist, verlassen die nun verhältnismäßig großen Jungen ihre Muschelbehausung. 
Die Aufzucht der jungen Bitterlinge ist einfach, denn sie sind sehr anspruchslos. Fressen jedes, im Handel erhältliche feine oder zerriebene Futter und fühlen sich bei einer Temperatur zwischen 15°C bis 23°C sehr wohl.

Das Wasser sollte mittelhart bis hart und sauber sein, sonst stellen Bitterlinge keine besonderen Ansprüche.

Wer Wert auf eine Nachzucht legt, tut gut daran, sich im Frühjahr einige Süßwassermuscheln zu besorgen und sie in das Bitterlingsaquarium zu setzen. Bevorzug werden von den Fischen die Teichmuschel (Anodonta) oder die Malermuschel (U. pictorum). Leider und das ist ein großer Nachteil, halten diese Muscheln nur einige Monate im Aquarium, sodaß man also jedes Jahr neue Muscheln einsetzen muß. Wichtig ist auch ein feiner sandiger, mehrere Zentimeter hoher Bodengrund.

Bitterlinge betreiben jedoch keine Brutpflege, daher ist es ratsam, nach dem Ablaichvorgang die Eltern in ein separates Becken zu setzen, damit sie später ihren Jungen nicht nachstellen und sie verspeisen können. 

Als Pflanzen eignen sich: Wasserpest (Elodea canadensis), Hornkraut (Ceratophyllum demersum), Tannenwedel (Hippurus vulgaris), Laichkraut (Potamogeton crispus), sowie das schwimmende Laichkraut (P. natans), auch Tausendblattarten können verwendet werden. 
Norbert SVARDAL, 1.WRN AT/Verein

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